Das Thema HDRI wird hier nicht mehr genauer in Bezug Mathematik, Technik und Funktion erklärt, sondern beschäftigt sich ausschließlich mit deren praktischen Anwendung. Kurz beschrieben, ist ein HDRI (High Dynamic Range Image) eine gleichbleibende Aufnahme eines Bildes mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Alle Aufnahmen mit diesen unterschiedlichen Belichtungszeiten werden zu einem einzigen Bild zusammengefaßt und im .hdr Format gespeichert. Vor einigen Jahren erkannte die Filmindustrie , dass Fotografien mit unterschiedlichen Belichtungszeiten einen Weg darstellt um mehrere Stufen von Licht aufzunehmen, die vor allem für virtuelle 3D Szenen , der Ausleuchtung und im speziellen für das Rendering verewendet werden können.
Was wird benötigt um die HDRI-Technik anzuwenden ?
a) Eine digitale Fotokamera
b) 3 Aufnahmekugeln im Radius von 10 bis 30cm und davon
- eine silberne, voll spiegelnde Kugel
- eine weiße, matte Kugel
- eine graue, matte Kugel
c) Ein Stativ für Deine Kamera
d) Eine Art Stativ für Deine Kugeln
e) Weisse Tafel
f) Kleiner Tisch
g) Computer
h) Die Software HDR-Shop (download möglich auf Paul´s Seite www.debevec.org)
i) Eine freie oder kommerziell genutzte 3D Software
j) Render
Folgendes Bild zeigt alle benötigten Instrumente bei der Aufnahme von HDR Images am Set. Mit Ausnahmer der Kamera, die für das Foto benötigt wurde.

zu Pkt.a) Kamera
Bei er Wahl Deiner Digitalkamera solltest Du darauf acht geben, dass Du diese mittels Fernsteuerung (Remotecontrol) über Deinen Laptop auslösen kannst, oder zusätzlich zum Apparat einen Fernauslöser hast, oder die Kamera zumindest einen zeitverzögernden Selbstauslöser hat.
Dies ist deshalb wichtig, da ich bei der Aufnahme immer wieder beobachten mußte, dass man Bilder durch direkten Knopfdruck am Auslöser der Kamera verwackeln kann. Und damit ist eine 100%ige Schärfe im HDRI nicht mehr gewährleistet.
zu Pkt.b) Die Kugeln für die Proben
Die sogenannten Aufnahmekugeln sind nichts anderes als einfache Kugeln die Du in jedem Bastelmarkt und/oder Baumarkt erhalten kannst. Rosenkugeln und/oder Weihnachtskugeln eignen sich dafür ganz gut. Ich habe nach etwas längerer Suche einfache Bastelkugeln bekommen, die aus 2 Hälften bestehen und durch leichtes drehen geöffnet werden können. Die Kugeln sind bei mir hohl und nicht massiv.
Dabei ist wichtig, dass Du drei unterschiedliche Kugeln bekommst, die zwar in der Größe und Dimension gleich sein sollten, allerdings im Material und Farbe völlig unterschiedlich sein müssen.
1. Kugel
Die sogenannte Spiegelkugel und/oder Refkletionskugel besteht aus einer Beschichtung die ähnlich einem Flachspiegel kommt. Sie reflektiert Deine Umgebung und wird für die Refkletions Probe verwendet.
2.+ 3. Kugel
Jeweils eine dieser beiden Kugeln sollte die Farbe weiß und grau haben und im Ausgangsmaterial nicht glänzend sein,sondern matt. Eine weitere Variante wäre auch noch zusätzlich schwarz , damit man auch diese Farbe im Abgleich als Probe hat. Allerdings lassen sich bereits mit weiß und grau tolle Ergebnisse erzielen.

zu Pkt.c) Das Stativ
Das Stativ sollte auf alle Fälle auf Deine Kamera abgestimmt sein und den wichtigsten Nutzen erfüllen--> nämlich wirklich statisch auf die Kamera wirken, so dass kein leichter Windstoß die Kamera ins wackeln bringt.
zu Pkt.d) Das Stativ für Deine Kugeln
Dieser Teil ist wohl der Kreativste von allen. Als echten Tip kann ich hier Sonnenschirme erwähnen, die es extrem preisgünstig in diversen Möbelhäusern zu kaufen gibt. Wichtig dabei zu beachten, dass diese Sonnenschirme unbedingt einen Schirmständer oder eine Art Gestänge dabei haben, in der man einen Stab oder ein Vierkantholzstück gut befestigen kann. Auf die Spitze dieses Rund- oder Vierkantstabes wird dann die Kugel (Rosenkugel oder Weihnachtskugel) gesteckt.
zu Pkt.e)
Die weisse Tafel wird schlicht für den Weissabgleich Deiner Kamera verwendet.
zu Pkt.f)
Ein kleines Tischchen erweist sich für den Laptop als wirklich gute Unterstützung.
zu Pkt.g)
Dein Personal Computer. Dazu wird nicht näher eingegangen. Tip: CPU + RAM sind ausschlaggebend für Bildbearbeitung und Renderzeiten.
zu Pkt. h) HDR-SHOP
Der HDR-SHOP ist kostenlos für nicht kommerzielle Zwecke downzuloaden auf www.debevec.org. Es gibt bereits andere Software die man dafür verwenden kann. Aber für dieses Tutorial wird hier ausschließlich mit dem HDR-SHOP gearbeitet.
zu Pkt.i) Freie oder kommerziell genutzte 3D Software
Als Beispiel für eine freie 3D Software sei hier Blender erwähnt www.blender.org. Andere Möglichkeiten 3dsmax, Cinema 4D, Lightwave, Maya, Softimage, etc.
zu Pkt.j) Render
Meistens werden bereits mit 3D Prorammen bestimmte Render mitgeliefert. Immer mehr Applikationsanbieter ermöglichen es aber auch externe Render als Plugin zu implementieren. Auch hier gibt es wiederum frei erhältliche Render und kommerzielle Render wie z.Bsp. Spluttefish Brazil, V-Ray, etc.
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